Corona hat zu starken Schwankungen am Devisenmarkt geführt: Wie kann ich mich gegen unruhige Marktphasen absichern? Welche Geldanlagen machen Sinn? 

Zentral sind die richtige Anlagestrategie und ein langfristiger Anlagehorizont. Wer Geld an der Börse investiert, muss mit Schwankungen rechnen, kann das Ausmass aber über die Zusammensetzung der Vermögensklassen steuern. Risiko und Rendite stehen in einem positiven Verhältnis zueinander, das heisst, Anleger, die höhere Risiken eingehen, werden im Schnitt mit höheren Renditen belohnt, müssen kurzfristig aber auch mit höheren Schwankungen rechnen. Langfristig gelten Aktien in einem Portfolio als Renditetreiber und sind deshalb interessant. Um das Portfolio in unruhigen Zeiten zu stabilisieren empfehlen wir eine breite Diversifikation. Dazu gehört eine Beimischung von Gold, Schweizer Immobilienfonds und sicheren (Staats-)Anleihen. Eine Absicherung mit Optionen ist indes komplex und sollte nur von Profis implementiert werden.
     

Raiffeisen

Smartphonebanken wie Revolut sind weiter auf dem Vormarsch. Welche Vorteile bieten traditionelle Banken, wenn alles digitaler wird?

Bei einer traditionellen Bank steht der Kunde mit seinen Bedürfnissen im Zentrum. Neben den digitalen Angeboten sind auch die persönliche Betreuung und der Dialog zwischen Berater und Kunden wichtige Werte, die auch bei Basisdienstleistungen gewährleistet werden. So erhält der Kunde bei einer traditionellen Bank einen schnellen, kompetenten und persönlichen Support. Raiffeisen ist daher überzeugt, dass sich in Zukunft ein hybrides Geschäftsmodell mit physischen und digitalen Anknüpfungspunkten gegenüber rein digitalen Angeboten durchsetzen wird.

Wie hat sich der Immobilienmarkt in den letzten Monaten während der Coronasituation entwickelt? Lohnen sich Investitionen in Immobilien noch und, wenn ja, welche?

Der Eigenheimmarkt hat sich in der Corona-Pandemie äusserst krisenresistent gezeigt. Der Mietwohnungsmarkt hingegen wird nicht ganz so glimpflich davonkommen. Die fehlenden Zuwanderungsimpulse und eine reduzierte Umzugstätigkeit bei gleichzeitig hoher Bautätigkeit dürften zu einem Anstieg der Leerstände führen. Immobilien bleiben dennoch eine interessante Anlageform. Dank des deutlichen Kostenvorteils gegenüber dem Wohnen zur Miete bleibt der Eigenheimkauf ein ökonomisch sinnvoller Entscheid. Renditeobjekte sind ebenfalls weiterhin eine interessante Anlageklasse. Gerade für institutionelle Anleger sind sie im aktuellen Zinsumfeld praktisch alternativlos. Auch für Private kann es sich noch immer lohnen, Wohnungen zu kaufen und zu vermieten. Allerdings ist eine grössere Vorsicht sicherlich nicht fehl am Platz. Bereits vor der Krise galt: Nicht jedes Immobilieninvestment zahlt sich automatisch aus.
      

Was beinhaltet eine Pensionsplanung und ab welchem Alter sollte ich damit beginnen?

Eine klassische Pensionsplanung bildet in einem ersten Schritt die Gegenüberstellung zwischen der finanziellen Realität und den eigenen Vorstellungen ab. Darauf aufbauend werden mögliche Schritte definiert, um eine allfällige Lücke bis zum Eintritt in das Rentenalter schliessen zu können. Zur Planung gehören auch eine Optimierung der Steuerbelastung sowie die Regelung der Absicherungssituation und des Nachlasses. Im Idealfall beginnt man damit ab Alter 50. Je früher man damit beginnt, desto mehr Möglichkeiten kann man ausschöpfen, falls es noch absehbare Lücken gibt.

Wie massgeschneidert kann die Pensionsplanung sein?

Ein einfacher Pensionscheck kann rasch und günstig erstellt werden, ist jedoch nur als grobe Orientierung sinnvoll. In der Regel ist es nämlich so, dass bei jeder Person die Vorstellungen und Wünsche in Bezug auf Familienkonstellation, Vermögenssituation und Immobilien anders sind. Deshalb empfehlen wir eine umfassende Pensionsplanung, bei der all diese Punkte abgebildet werden. Die Kosten einer solchen Pensionsplanung werden durch die Optimierung sowie durch den hohen persönlichen Nutzen mehr als aufgewogen.