Wie ist das nun mit den Proporz- und den Majorzwahlen? Kann ich bei den Regierungsratswahlen auch kumulieren? Hier finden Sie die Antworten auf alle Fragen rund ums Wählen. 

Die 100 Mitglieder des Kantonsrates werden nach dem Proporzprinzip gewählt. Was bedeutet das? 

Die 100 Sitze werden im Verhältnis der erzielten Parteistimmen (Partei- und Kandidatenstimmen) auf die eingereichten Listen verteilt. In erster Linie stimmen die Wählerinnen und Wähler also für die jeweilige Partei und erst in zweiter Linie für die Kandidatin/den Kandidaten. Denn: Zuerst werden aufgrund der gültigen Stimmen die Parteistärken festgestellt und – gestützt darauf – dann proportional die Sitze (inklusive Restmandaten) an die Parteien verteilt. Gewählt sind jene Kandidierenden, die auf ihrer Liste am meisten Stimmen erhalten haben.

Was ist beim Ausfüllen des Kantonsratswahlzettels zu beachten?

Es dürfen höchstens so viele Kandidierendennamen auf dem Wahlzettel stehen, wie im jeweiligen Wahlkreis (Amtei) Sitze zu vergeben sind. Auf jeder Liste muss mindestens ein Kandidatenname aufgeführt sein. Verwendet werden können die vorgedruckten Parteilisten oder die handschriftlich auszufüllende Liste am Ende der Wahlzettel-Broschüre. Gewählt werden können ausschliesslich offizielle Kandidatinnen und Kandidaten.

Wie geht das mit dem Kumulieren bei den Kantonsratswahlen?

Wer «seine» Lieblingskandidaturen besonders unterstützen will, der kumuliert diese. Heisst: Er oder sie führt deren Namen (maximal) ein zweites Mal auf dem Wahlzettel auf. Dafür müssen aber gleich viele andere vorgedruckte Kandidaturen auf der Liste gestrichen werden, denn es dürfen nicht mehr Namen draufstehen, als im Wahlkreis Sitze zu vergeben sind. Achtung: «Gänsefüsschen » sind ungültig. Wer «seiner » Partei am meisten nützen will, der führt darauf möglichst nur Kandidierende dieser Partei auf.

Und wie beim Panaschieren?

Selbstverständlich darf panaschiert werden: Das heisst, es dürfen nach eigenem Gusto Vertreterinnen und Vertreter anderer Parteien auf den bevorzugten Wahlzettel geschrieben werden. Auch hier gilt: Nicht mehr Namen auf die Liste setzen, als Sitze zu vergeben sind. Zu beachten ist, dass Panaschierstimmen für die ausgewählte Liste verloren sind. Das heisst: Sie unterstützen den panaschierten Kandidaten und dessen Liste dabei, einen Sitz zu gewinnen (ausser wenn beide Parteien eine Listenverbindung eingegangen sind).

Der Regierungsrat wird im Majorzwahlrecht gewählt. Das heisst?

Die fünf Mitglieder der Regierung werden nach dem Majorz- oder Mehrheitswahlrecht gewählt. Hier zählt, welche fünf der sieben Bewerberinnen und Bewerber am meisten Stimmen erhalten. Allerdings: Im ersten Wahlgang (7. März) muss auch noch die Hürde des «absoluten Mehr» übersprungen werden. Für dessen Ermittlung zählen im Kanton Solothurn auch die leeren Stimmen. Das heisst: Alle Kandidatenstimmen und alle leeren Stimmen zusammengezählt, geteilt durch 10 (doppelte Mandatszahl). Wer diese Hürde nicht schafft, muss sein Glück im zweiten Wahlgang (25. April) noch einmal versuchen. Dort zählt dann das relative Mehr, das heisst: Wer am meisten Stimmen erzielt, ist gewählt.

Darf bei den Regierungsratswahlen auch kumuliert werden?

Nein, das ist hier nicht erlaubt. Der Wahlzettel für den Regierungsrat enthält keine vorgedruckten Namen von Kandidierenden. Diese (maximal fünf) müssen handschriftlich aufgeführt werden.

Und was passiert, wenn ich Beleidigungen oder Ehrverletzendes auf meinen Wahlzettel schreibe?

Ganz einfach: Sowohl bei Kantonsratswie auch bei Regierungsratswahlen ist der Wahlzettel dann ungültig.  Urs Mathys