Brigit Wyss

Im vergangenen Jahr war sie als Frau Landammann stark gefordert, in diesem Jahr kann sie sich wieder vollständig auf ihre Dossiers als Volkswirtschaftsdirektorin konzentrieren: Brigit Wyss. Die ehemalige Nationalrätin und Kantonsrätin der Grünen ist politisch im links-liberalen Lager zu verordnen. In vielen Punkten positioniert sie sich weniger extrem als die Gesamtpartei und ist dadurch auch für Wählerinnen und Wähler der Mitte eine mögliche Kandidatin. 

Im Bereich «liberale Wirtschaftspolitik » ist sie bürgerlicher als ihre Parteibasis, ebenso im Bereich «restriktive Finanzpolitik ». Auffallend höher als die Partei gewichtet sie den Bereich «Recht und Ordnung»: Im vergangenen Jahr unterstützte sie gemeinsam mit der Regierung das neue Polizeigesetz, und in der Spider-Umfrage spricht sie sich «eher» dafür aus, dass Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum wie Vandalismus konsequenter verfolgt und härter bestraft werden. 

Den Bereich «ausgebauter Umweltschutz» dagegen gewichtet sie weniger stark als der Durchschnitt der grünen Partei. Laut der Smartvote-Umfrage lehnt sie es ab, dass Landwirte nur noch dann Direktzahlungen erhalten sollen, wenn sie einen erweiterten ökologischen Leistungsnachweis erbringen, also etwa auf synthetische Pestizide verzichten. Als Grund dafür gibt sie an, dass Veränderungen «nicht auf Knopfdruck» passieren und dass «die für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft umfassenden Veränderungen zu mehr Nachhaltigkeit» klare Rahmenbedingungen brauchen. Mit Ja beantwortet sie dagegen die Frage, ob bei Neubauten ein Teil des Strombedarfs durch eigene Fotovoltaikanlagen gedeckt werden soll.
 

Brigit Wyss (1960), Grüne, Solothurn (bisher) Image 2

Auf Parteilinie bewegt sie sich im Punkt «ausgebauter Sozialstaat ». In der Umfrage spricht sie sich gegen eine Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre von Frauen und Männern aus. Dagegen wünscht sie sich laut schriftlichen Ausführungen ein «flexibles, branchenabhängiges Rentenalter». Ausserdem lehnt sie eine Verschärfung des Sozialhilfegesetzes ab, die etwa ein tieferes Existenzminimum mit sich bringen würde.

Ebenfalls fast auf Parteilinie, wenn auch ein bisschen mehr in der Mitte, ist sie in den Bereichen «liberale Gesellschaft» und «offene Aussenpolitik». Mit Nein beantwortet sie etwa die Frage, ob die Schweiz das Schengenabkommen künden und verstärkte Personenkontrollen an den Grenzen durchführen soll. Dagegen ist sie «eher dafür», dass die Schweiz Einkäufe im Ausland erschwert. (rba)